Zum Holocaust-Gedenktag bei der UNESCO
Dr. Sven Radowitz
Manchmal – viel zu oft – ist die Welt nicht zu ertragen, damals wie heute. Ohne deutsche Geschichte relativieren zu wollen, das ist das Gefühl, was unsere Schülerinnen und Schüler (und die Lehrer sicherlich auch) oft beschleicht – oft implizit geäußert in vielen Unterrichtsgesprächen, seit ein paar Jahren weitaus mehr als zuvor. Gesucht wird dann zumeist ein heller Ausblick, das Momentum, das angesichts der Weltlage Mut gibt und in die Zukunft weist.
Dass genau diese Botschaft beim Gedenken an den Holocaust in der UNESCO das war, was am eindrücklichsten zurückblieb, hat uns alle, Schülerinnen wie Schüler und die begleitenden Geschichtslehrer eingeschlossen, völlig überrascht. Denn nach den schon ergreifenden Reden, insbesondere von Khaled El-Enany, dem Generaldirektor der UNESCO, der am Ende frei sprach und dem Direktor des Musee de la Shoa, Jacques Fredj, erlebten wir, wie aus dem größten Unglück der – durch das Deutsche Reich verursachten – europäischen Geschichte, so etwas wie Zuversicht werden kann.
Léon Placek, Überlebender aus Bergen-Belsen, hat in Zusammenarbeit mit dem Musée de la Shoah seine Erinnerungen an Camille, eine vierzehnjährige Schülerin, symbolisch, aber dann doch sehr konkret, übergeben. Im Filmprojekt „Les Immortels“ sollen die Erinnerungen an den Holocaust bewahrt werden, so dass weiterhin ein persönliches Berichten, jetzt durch Camille, möglich ist. Der Film und auch das Gespräch mit den beiden auf der Bühne zeigten auf, wie aus Hoffnungslosigkeit Zuversicht werden, wie Antisemitismus, aber auch Rassismus und Rechtsextremismus überwunden werden können, wie der Schrecken bleibt, aber das Sprechen über den Schrecken nicht mehr so schrecklich ist, dass es nicht auf Abwehrhaltung bei denen trifft, die wir erreichen müssen.
Und noch eine Erkenntnis, die aktueller nicht sein kann, bleibt: Geschichte ist ebenso gegenwärtig bedeutsam wie Gelder in internationale Organisationen wohl investiertes Geld.
Dr. Sven Radowitz
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