iDSP. Internationale Deutsche Schule Paris

Geschichte der iDSP

13, Avenue Raymond-Poincaré 1958
Villa in Neuilly 1960
Die ehemalige „Schulvilla“, die auf dem Gelände der heutigen iDSP in Saint-Cloud stand. (Aufnahme ca. 1966)
Neues Schulgebäude
Villa Kunterbunt in St. Cloud
Die Turnhalle

Am 25. Oktober 1958 wird der Grundstein für die Deutsche Schule Paris gelegt. Der „Verein deutschsprachige Schule in Paris” konstituiert sich. Das Auswärtige Amt in Bonn, die Deutsche Botschaft in Paris, viele ehrenamtliche Mitarbeiter privater und kirchlicher Interessenkreise, die Österreichische und Schweizerische Botschaft haben mitgewirkt, um diesen Schritt möglich zu machen.

In drei kleinen Räumen des YMCA-Heimes, 13, Avenue Raymond-Poincaré, in der Nähe des Trocadéro, beginnt am 3. November der erste Unterricht. Sieben Schüler gehen an den Start, am Ende des Schuljahrs sind es 28. Mit dem Pfarrer der Evangelischen Kirche und dem katholischen Priester stehen sieben Lehrkräfte zur Verfügung. Im Herbst 1959 konstituiert sich der Verein deutschsprachige Schule endgültig. Dem geplanten Ausbau der Deutschen Schule zum neusprachlichen Gymnasium mit naturwissenschaftlichem Zweig steht nichts mehr im Wege.

Am 1. Dezember zieht die Schule mit ihren drei Gymnasialklassen in eine angemietete Villa in Neuilly, 65. rue Chauveau. Im Frühjahr des folgenden Jahres, am 1. März 1960, wird die Grundschule eröffnet, die im Februar 1961 provisorisch eigene Räume in der Nr.17, Avenue d'Iéna bezieht. Bereits über 100 Schüler begrüßen am 22. Juni 1961 die Frau des damaligen Bundespräsidenten, Wilhelmine Lübke, die anlässlich eines Staatsbesuches der Deutschen Schule einen Besuch abstattet. Bei der Vorstellung des Leiters der DSP im Elysée-Palast sage General de Gaulle: „Je suis très heureux de faire votre connaissance, Monsieur le directeur de cette École Allemande. C'est une institution très importante pour notre rapprochement. Merci!”.

Im gleichen Jahr zieht die Schule in die mit Bundesmitteln angekaufte Villa 18, rue Pasteur in St. Cloud. In zwei neu errichteten Holzpavillons öffnet im September 1962 der Kindergarten für 50 Kinder seine Pforten. Der Aufbau des Gymnasiums mit neun Klassen ist im Schuljahr 1965/66 abgeschlossen. Das Schulgebäude wird um drei Pavillons erweitert. Im Herbst 1966 besuchen 460 Schüler die Deutsche Schule Paris, an der 30 entsandte und örtliche Lehrkräfte unterrichten.

Da die Schülerzahlen steigen und steigen, wird der Bau eines neuen Schulgebäudes und der Abriss der Villa dringend notwendig. Während in der rue Pasteur ein modernes, großzügig angelegtes neues Gebäude mit Sporthalle und Schwimmbad errichtet wird, zieht die Schule1968 für die Dauer von zwei Jahren in ein Ausweichquartier in Rocquencourt. 600 Schüler ziehen im September 1970 in das neue Schulgebäude ein, das für 450 Schüler angelegt ist. Die Situation der Enge spitzt sich in den folgenden Jahren noch zu. 1977 besuchen über 900 Schüler die Deutsche Schule Paris. Alle Möglichkeiten der Raumnutzung müssen ausgeschöpft werden, um den Ansturm zu bewältigen. Gleichzeitig wird an der Schule die reformierte Oberstufe eingeführt, es wird eine Präsenzbibliothek aufgebaut, eine Orientierungsstufe eingerichtet und der Realschulzweig etabliert. 1971/72 gibt es verschiedene Leistungsniveaus im Fach Französisch.

1975 gründen Eltern den Förderverein der Schule. Klassen- und Schulelternbeiräte werden eingeführt. Ab 1975/76 können Schüler zwischen Philosophie/ Ethik und Religion wählen. Die Klassen haben im Schnitt eine Stärke von 40 Schülern. In den 70er Jahren ist die DSP eine der größten deutschsprachigen Auslandsschulen in der Welt. Die Gesamtzahl der Schüler erreicht im Schuljahr 1977/78 den Höchststand von 941. Der Schwerpunkt der DSP besteht darin, den Kindern deutschsprachiger Eltern eine deutsche Schulausbildung bis zum Abitur zu vermitteln.

Bis 1982 bleiben die Schülerzahlen stabil auf dem hohen Niveau von etwa 800. Zwar werden durch die Verlegung des Kindergartens in eine bundeseigene Villa in der unmittelbaren Nachbarschaft die räumlichen und damit pädagogischen Bedingungen verbessert, doch entstehen finanzielle Engpässe, da die Einnahmen aufgrund sinkender Schülerzahlen zurückgehen.

Seit Mitte der 90er Jahre ist an der Schule einiges in Bewegung geraten. Das Musikzentrum, die Aula, das Schwimmbad und die Sporthalle wurden von Grund auf saniert und der Außenbereich des Kindergartens wird neu gestaltet. Ein moderner Informatikraum wird eingerichtet, um veränderten Anforderungen an Schule und Schüler Rechnung zu tragen. Darüber hinaus gibt es seit 1994 einen bilingualen Zweig, in dem Erdkunde bzw. Geschichte auf Französisch unterrichtet werden, und es wird von den deutschen und französischen Behörden die Erlaubnis erteilt, gleichzeitig die deutsche Hochschulreife und das französische Baccalauréat zu verleihen.

Im Jahr 1998/99 wird die deutsch-französische Musikschule gegründet. Außerdem gibt es jetzt am Mittwochvormittag Deutschkurse für Kinder aus französischen Grundschulen. Im Schuljahr 2002/3 wurde an der DSP die Gesamtschulzeit auf zwölf Schuljahre umgestellt. Die Umstrukturierung soll etwa sechs Jahre in Anspruch nehmen. Damit verbundene organisatorische Veränderungen wie z.B. der Nachmittagsunterricht werden von Jahr zu Jahr weiterentwickelt. Seit dem Schuljahr 2005/2006 gibt es eine Kantine für Schüler, Lehrer und Verwaltungsangestellte. 2006/2007 wird das Leitbild der DSP verabschiedet.

1998 besuchen 380 Kinder die deutsche Schule und den Kindergarten in St. Cloud, heute sind es ca. 320. Die Gründe für die auf die mittlerweile vergleichsweise niedrigen Schülerzahlen finden sich sowohl in rückläufigen Geburtenzahlen als auch in Strategie- und Standortentscheidungen deutscher Unternehmen. Es werden deutlich weniger deutsche Arbeitnehmer mit ihren Familien ins europäische Ausland und insbesondere nach Paris entsandt. Zum anderen aber, und das ist ein anhaltendes Phänomen, hat sich die Konkurrenz der Deutschen Schule durch die Neugründung zwei- und mehrsprachiger Schulen im Westen von Paris deutlich verstärkt.

Die Diskussion um das Für und Wider einer rein deutschsprachigen Auslandsschule auf der einen und einer Begegnungsschule als Instrument deutsch-französischer Verständigung auf der anderen Seite begleitet die Deutsche Schule Paris seit ihrer Entstehung. Ihre Geschichte ist bis heute geprägt von Versuchen,sich dem französischen Umfeld gegenüber zu öffnen und französische Schüler zu gewinnen.

Heute bietet die Schule sowohl Schülerinnen und Schülern, die mit ihren Familien langfristig in Paris leben, als auch Kindern, die nur für begrenzte Zeit in Frankreich leben, eine schulische Heimat. Die Anschlussfähigkeit zum deutschen Schulsystem ist gegeben, ein intensiver Kontakt mit der französischen Sprache und Kultur  sichert die notwendige Öffnung in das französische Umfeld.

Das Gebäude der Internationalen Deutschen Schule Paris ist eine Liegenschaft des Bundes. Eine Kurzbeschreibung ist unter der im Folgenden  Studie des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung auf S. 516 herunterzuladen.