headerelemcomenius
Friedenserziehung in der Grundschule PDF Print E-mail

There are no translations available.

Mit dem Wind nach Versailles

Am letzten Schultag vor Weihnachten endete das Projekt der Grundschule der DSP zum Thema "Frieden" mit Liedern und Luftballons.

luftballon

Manchmal ist es gar nicht so einfach, ein Zeichen für den Frieden in die Welt zu setzen. Als sich die Grundschulklassen der DSP am 22. Dezember für ihr "Weihnachtssingen zum Frieden" in der Schulaula versammelten, warteten nebenan ihre 120 Friedensbotschaften, um an Ballons gebunden in die Welt zu fliegen. Doch die guten Wünsche blieben erst einmal am Boden. Denn für die Luftballons war das falsche Gas geliefert worden. Nur die Überredungskunst der zuständigen Eltern bei den hartnäckigen Gaslieferanten sorgte dafür, dass am Ende des Singens auch alle guten Wünsche an ihren Ballons unter der Decke des Vorraums schwebten und ungeduldig nach Höherem strebten.

 

luftballons_1-1 luftballons_2-1

Beim Weihnachtssingen war die Sehnsucht nach Frieden in einer unfriedlichen Welt deutlich geworden. Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 4 hatten ganz unterschiedliche Lieder und Texte geprobt. Von einem afrikanischen Begüßungslied, in dem es hieß "Wir kommen in Frieden und tragen keine Waffen" bis zum "Fürchtet Euch nicht" der Engel in Bethlehem, von der gedichteten "Abrüstung" von Wilhelm Busch bis zum Friedensgruß "Hewenu" auf hebräisch, französisch, englisch, deutsch und spanisch spannte sich der Bogen. Er endete mit dem gemeinsamen Lied "In Frieden miteinander leben".

 

weihnachtssingen_1-1-1 weihnachtssingen_3-1

weihnachtsingen_2-1 weihnachtssingen_4-1


Das hatten die Kinder schon den ganzen Dezember über versucht. Seit dem ersten Advent hatten sie sich mit dem Thema Frieden beschäftigt - und zwar zeitgleich mit vier anderen Schulen in Europa. Im Rahmen eines "Comenius-Projekts" der EU zur Vernetzung von Schulen in ganz Europa, welches von der Euauch finanziell unterstützt wird, hatte die Deutsche Schule Paris mit der Europaschule in Wien und drei Grundschulen in Bratislawa (Slowakei), Istanbul (Türkei) und Zafferana (Sizilien) zum Friedensthema gearbeitet. In Paris beschäftigten sich alle Klassen der Grundschule mit dem Thema fächerübergreifend - im Sachunterricht, in Deutsch, in Kunst. Jeden Dienstagmorgen gab es eine Lichterkette in der Schule, es wurde gemeinsam musiziert und für die Aufführung geprobt, ein Friedenslicht wanderte von einer Klasse in die nächste. Im Unterricht sprachen die Schülerinnen und Schüler darüber, wann sie Unfrieden am meisten bedrückt ("Streiten mit den Geschwistern") und was man dagegen tun kann.

Manche der Produkte dieser Friedensarbeit warteten nach dem Ende des Weihnachtssingens auf ihre Schöpfer. Auf Bäumen, Engeln, Tauben oder Kerzen aus Papier hatten die Kinder ihre Friedenswünsche notiert. Sie reichten vom "Frieden auf Erden" oder "Kein Krieg" auf deutsch/englisch/französisch/schwedisch/katalanisch bis zu "dass die Afrikaner nicht mehr dursten". Manche wünschten sich "dass ich mich nicht mehr mit Mama streite", "dass Opa nicht stirbt" oder "dass mein Bruder wiederkommt". Andere hatten die Bitte notiert, dass "unser Hase lange lebt" "dass mein Bruder sprechen lernt" oder "Man soll nicht Drogen zu sich nehmen." Alle 120 guten Wünsche hatten dann bei heftigen Windböen und knallblauen Himmel einen guten Start. Der Wind trug die bunte Traube nach Süwesten, Richtung Versailles. Keine schlechte Richtung für Friedenswünsche aus der Deutschen Schule.

 

Zurück zu Überblick über unsere Comenius-Aktivitäten

Zurück zu Comenius-Partnerschule